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Baudenkmal Nr. 09097812 Holzhaus – Berliner Hausbaugesellschaft, 1911

Bezirk: Steglitz-Zehlendorf
Ortsteil: Wannsee
Straße: Albrechts Teerofen 8a

 Das Haus wurde im Jahre 1911 als Sommerhaus für einen Sanitätsrat der preußischen Gesundheitsverwaltung in Berlin-Köpenick errichtet. Architekt war Herr Richard Jacobi aus Berlin-Friedenau. Es handelte sich um ein Kataloghaus aus der Fabrikation der »Berliner Hausbaugesellschaft m.b.H.« Dies war eines der Unternehmen, die sich in der Zeit vor 1914 auf den Bau kostengünstiger Wohn- und Landhäuser sowie Sommer- und Ferienhäuser aus Holz spezialisierten. Es war die erste Periode, in der Holz-Fertighäuser errichtet wurden. Dies kann man als Teil einer Bewegung verstehen, in der mehr Wert auf Lebensqualität, »Licht, Luft und Sonne« gelegt wurde. Zugleich ging es um das Bauen mit natürlichen Materialien. Und durch die industrielle Fertigung wurde der Wunsch nach einem Wochenendsitz preiswerter erfüllbar als früher. Das Holzhaus stellt eines der wenigen heute noch erhaltenen Bauwerke aus der frühen Entwicklungsphase des Holzbaus vor 1914 dar. Es wurde in Holzskelettbauweise mit einer Innen- und Außenverbretterung auf einem massiv gemauerten Sockel erstellt. Aus amerikanischen Red Pine-Holz mit einem großen Harz-Anteil gebaut ist es nach 100 Jahren noch in gutem Zustand. Am bisherigen Standort, Ostendorfstraße 7 in Köpenick, musste das Haus weichen, weil dort ein Mehrgeschoß-Wohnungshaus errichtet werden sollte. Um es vor Zerstörung zu bewahren, wurde das Gebäude von der Interagila GmbH unter Leitung der Architektin Heike Deselaers in Zusammenarbeit mit dem Landesdenkmalamt Berlin an einen neuen Standort in Berlin-Wannsee in Ganzteilen transloziert und originalgetreu wiederaufgebaut. Die Lage aller Bauteile wurde auf Grundlage einer Bestandsdokumentation zum späteren Wiederaufbau baubegleitend wandweise fachgerecht gekennzeichnet. Der Abbau erfolgte mit Kran und Tieflader. Hierbei waren Brücken, Tunnel und Straßenbreiten die begrenzende Größe. Das Haus wurde am neuen Standort auf einen neuen Sockel aufgebaut und ist nun in die Berliner Denkmalliste eingetragen.

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